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Ferien mit dem Hund

Sie können hier die Broschüre "Ferien mit dem Hund" kostenlos bei unserer Geschäftsstelle bestellen.

Tipps für die schönste Zeit des Jahres mit dem Hund

Stresspartie oder Freudenfest?

Die Entscheidungsgrundlagen

Wenn’s um die Frage geht, ob der Vierbeiner mit in den Urlaub soll oder vielleicht doch besser zu Hause bleibt, ist für Fido der Fall klar: Dabei sein ist alles. Menschlich gesehen ist die Lage schon schwieriger: Lange Reisen, hündische Krankheitsgefahren und rigorose Hundeverbote bringen so manchen Hundefreund dazu, seinen vierbeinigen Liebling kurzerhand wieder von der Passagierliste zu streichen und tierlos in den Süden zu reisen.

Folgende Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie eine Reise mit Hund buchen:

Wird der Aufenthalt lange genug dauern, dass sich der Hund in der fremden Umgebung akklimatisieren kann?

Wird sich der Hund am Zielort wohl fühlen? Habe ich Zeit für ihn? (Er kann kaum mitkommen ins Schwimmbad, ins Kino oder ins Museum – im Auto warten kommt im Sommer auch nicht in Frage)

Sind Hunde am Ferienort überhaupt erlaubt und erwünscht? (In vielen Hotels, Restaurants und an manchem Strand herrschen Hundeverbote – besonders in der Hochsaison sind Hunde an vielen Orten unerwünscht)

Erfüllt mein Hund die Einreisebestimmungen des Ziellandes?

Erfüllt mein Hund, die Rückreisebedingungen in die Schweiz?

Welche Krankheiten gefährden meinen Hund am Zielort? 
 
Vor jeder Reise neu informieren:

Grenzübertritt mit dem Hund

Die Bedingungen für den Grenzübertritt mit Tieren können sich schnell ändern: Klären Sie deshalb die Einreisebestimmungen für Ihren Hund vor jedem Ausland-Trip (zwei Monate im Voraus) bei den zuständigen Behörden im Reiseland neu ab. Dies ist für alle Landesgrenzen nötig, die Sie auf Ihrer Reise zum Zielland mit Ihrem Hund übertreten werden.

- Papiere: Für den Grenzübertritt ist der Heimtierpass notwendig. Es können auch zusätzlich ein Gesundheitszeugnis und/oder andere Formalitäten verlangt werden.

- Gesundheit: Im Normalfall wird eine gültige Tollwutimpfung verlangt. Es können auch Parasitenbehandlungen oder Blutanalysen verlangt werden. Blutanalysen und die Erstellung der entsprechenden Dokumente können mehrere Wochen beanspruchen.

- Kennzeichnung: Mikrochip (oder Tätowierung) sind für die meisten Grenzübertritte obligatorisch.

- Spezifische Vorschriften: In manchen Ländern herrschen Einreiseverbot für kupierte Hunde, Rasseverbote und/oder Maulkorbpflicht.

- Wiedereinreise in die Schweiz: Je nach Zielland (Tollwutland) müssen auch vorgängig Formalitäten für die Wiedereinreise des Tieres in die Schweiz erfüllt werden. Für eine entsprechende Bewilligung des Bundesamtes für Veterinärwesen müssen die entsprechenden Dokumente mindestens 3 Wochen vor Abreise eingereicht werden.

- Sonderanforderungen: Ab einer Gruppe von 5 Tieren gelten jeweils andere Vorschriften. Auch für Welpen und Ausstellungstiere gelten oft Sonderanforderungen.

Informationsstellen

Infos für die Wiedereinreise in die Schweiz sowie die Adressen der ausländischen Veterinärbehörden weltweit erhalten Sie beim Bundesamt für Veterinärwesen, Schwarzenburgstr. 161, 3003 Bern, Tel. +41 (0) 31 323 85 24, www.bvet.admin.ch E-Mail: import.export@bvet.admin.ch

Über die Anforderungen der EU werden Sie informiert unter: http://ec.europa.eu/food/animal/liveanimals/index_de.htm

 Tollwutzentrale: www.ivv.unibe.ch/Swiss_Rabies_Center/swiss_rabies_center.html

Andere Länder, andere Krankheiten:

Hundegesundheit am Ferienort

Lassen Sie Ihren Vierbeiner vor der grossen Reise beim Tierarzt durchchecken und informieren Sie sich rechtzeitig über die Krankheitsrisiken am Ferienort und die mögliche Prophylaxe!

In allen Regionen mit mediterranem Klima (also Spanien bis Türkei, inkl. Küstengebiete Nordafrikas, aber auch Ungarn) können sich Hunde mit Krankheiten infizieren, vor denen sie in der Schweiz nicht geschützt werden müssen. Die meisten davon sind Infektionen mit Parasiten, die von Zecken, Stech- und Sandmücken übertragen werden.
EHRLICHIOSE: Wird durch Zecken übertragen – kann nicht geimpft werden

BABESIOSE: Wird durch Zecken übertragen – kann geimpft werden

LEISHMANIEN und  DIROFILARIEN werden durch Stech- und Sandmücken übertragen. Als Prophylaxe stehen spezielle Halsbänder oder Medikamente zur Verfügung.

In einzelnen Ländern existiert die AUJESKISCHE KRANKHEIT. Die sogenannte Pseudo-Tollwut wird durch rohes Schweinefleisch übertragen und ist für Hunde und Katzen tödlich.

ENDOPARASITEN kann Ihr Hund bei den verschiedensten Gelegenheiten auflesen. Entwurmen Sie deshalb Ihren Vierbeiner vor der Rückreise in die Schweiz.

Mehr über Parasitengefahren erfahren Sie hier:

Universität Bern www.vetmed.unibe.ch/ipa/

Universität Zürich www.uzh.ch/paras/

Das ideale Hundeauto 

Lange Autofahrt

- Der Hund braucht neben Taschen und Koffern immer noch genügend Platz zum Liegen, Sitzen und muss sich auch drehen können. Zudem muss er vor losen Gepäckstücken gesichert sein.

- Genügend frisches Wasser und einen Napf mitführen.

- Den Hund während der Fahrt nicht aus dem geöffneten Fenster schauen lassen.

- Alle 2 Stunden Gassi- und Trinkpausen einschalten.

- Auf Raststätten den Hund nur angeleint aus dem Auto lassen.

Sicherheit für Mensch und Hund

Lebensversicherung Hundeboxe

Sichern wir unsere Vierbeiner während der Autofahrt nicht, können sie im Auto zu gefährlichen „Geschossen“ werden. Schon bei einem Crash mit Tempo 50 entwickelt ein 20 kg schwerer Hund gemäss ADAC eine Aufprallwucht von über einer halben Tonne.

In einigen Ländern bestehen Vorschriften bezüglich der Unterbringung von Hunden im Auto, deren Missachtung mit Busse bestraft wird. In einer robusten Hundeboxe (die der Grösse des Tieres angepasst ist), sind Hunde bestens gesichert und können bei einer Vollbremsung auch nicht zur Gefahr werden.

Hunde mögens gar nicht heiss

In der Sommerhitze dürfen Hunde nicht im stehenden Auto gelassen werden. Für die Fahrt soll der Hundeplatz im Auto womöglich vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Dabei helfen getönte Autoscheiben (kann man mit Folie auch selber tönen) oder Sonneschutz-Elemente mit Saugnäpfen. Vorsicht: Auch bei eingeschalteter Klimaanlage kann es im hinteren Teil des Autos zu heiss für Ihren Vierbeiner werden!

Für eine „ruhige“ Fahrt

Hunde haben ein sehr empfindliches Gehör. Regulieren Sie deshalb die Auto-Lautsprecher im Aufenthaltsbereich des Hundes entsprechend.

Auf der grossen Reise: Augen auf!

Obwohl viele nicht mehr gewollte Tiere zur Ferienzeit in den Tierheimen abgegeben werden, gibt es immer noch ausgesetzte. Damit die Vierbeiner ihren Besitzern nach dem Aussetzen nicht nachlaufen können, werden sie oft irgendwo angebunden oder eingesperrt. Wichtig ist in einem solchen Fall, dass diese Tiere so schnell wie möglich entdeckt werden. Wer die Augen offen hält, entdeckt vielleicht auf einer Autobahnraststätte eine verdächtige Schachtel, ein verräterisches Wimmern im Abfallcontainer oder ein einsam im Wald angebundenes Tier - und kann unter Umständen ein Leben retten.

Mit dem Hund im Flugzeug

1. Schaffen Sie sich die vorgeschriebene Flugbox frühzeitig an, damit sich Ihr Vierbeiner daran gewöhnen kann.

2. Achten Sie darauf, dass die Flugboxe die richtige Grösse für Ihren Hund hat und melden Sie ihn rechtzeitig bei Ihrer Fluggesellschaft für den Flug an, damit er in den Frachtplan bzw. in die Kabine einberechnet werden kann.

3. Ist (auf Hin- oder Rückreise) eine grenztierärztliche Untersuchung Ihres Hundes nötig, sind die Öffnungszeiten dieses Dienstes zu beachten!

Infos und Vorschriften für Tiere im Flugzeug: www.iata.org/whatwedo/cargo/live_animals/pets.htm 

Wenn der Vierbeiner doch nicht mitkommt:

Die Wahl des Hundeferienheimes

Gute Tierheime sind rar. Und unter „gut“ versteht jeder etwas anderes. Nehmen Sie sich also unbedingt die Zeit, das Heim vorgängig zu besichtigen und lassen Sie Ihr Gefühl entscheiden.

Ein seriöses Ferienheim ...
... lässt Sie nach telefonischer Voranmeldung zur Besichtigung zu.
... verfügt über einen festen Tagesablauf, der Ihnen auf Wunsch erklärt werden kann.
... nimmt nur geimpfte Tiere auf.

Mit dem Hund am Strand


* ERLAUBNIS: Klären Sie ab, ob Hunde am Strand überhaupt erlaubt sind.

* DURSTIG AUS DEM WASSER: Legen Sie auch eine Flasche Süsswasser für Ihren Vierbeiner in den Picknik-Korb

* HITZSCHLAG-GEFAHR: Die Hitze am Strand ist für Hunde oftmals auch unter dem Sonnenschirm zu gross.

* LEISHMANIOSE: Hier lauern die gefährlichen Sandmücken – Prophylaxe-Halsband und/oder Medikamente nicht vergessen!

* SONNENSCHUTZ: Helle Hunde laufen Gefahr, einen Sonnenbrand einzufangen. Besonders empfindlich sind die Nase und die Ohren. Deshalb am besten Sunblocker auf gefährdete Stellen geben.

* ERSCHÖPFUNG: Schwimmen braucht Kondition. Untrainierte Hunde können ertrinken, wenn ihre Halter mit ihnen zu weit raus schwimmen!

* UNGEWOHNTE UMGEBUNG: Kettenhalsbänder können durch das Meerwasser rosten, und Karabinerverschlüsse können durch den Sand blockiert werden.

Die Mensch-Hund-Apotheke
Bei der Zusammenstellung einer individuellen Notfall- und Reise-Apotheke und beim Erlernen der „Ersten Hilfe am Hund“ hilft Ihnen Ihr Tierarzt bestimmt gern weiter.

 Grundsätzlich sollte eine Apotheke, die auch hundetauglich ist, folgendes beinhalten:

- Erste Hilfe Tipps für Hunde
- Desinfektionsmittel (Merfenspray geht auch für Hunde)
- Gaze (zur Wundabdeckung oder für einen Druckverband)
- Selbstklebender Verband und Klebeband
- Schere
- Pinzette (für Fremdkörperentfernung)
- Zeckenzange
- Fenistil-Gel (für Insektenstiche), evtl. auch –Tropfen
- Augentropfen
- Hundeschuh (für Pfotenverletzungen)
- Durchfallmedikament
- Schmerzmittel

Vorzeitig informieren

Im Notfall wird das Heraussuchen einer Praxis- oder Klinikadresse womöglich wertvolle Zeit kosten. Erkundigen Sie sich deshalb gleich nach der Ankunft am Ferienort nach dem nächsten Tierarzt. Notieren Sie sich Telefonnummer und Adresse.

Mehr Infos über Reisen mit dem Hund finden Sie hier:
www.petsontour.de

Hilfreiches um den Hund in fremden Sprachen

Am besten übersetzen Sie schon mal folgende Sätze in die Landessprache Ihres Ferienziels:

Das ist mein Hund
Englisch: This is my dog
Französisch: Voici mon chien
Spanisch: Este es mi perro
Italienisch: Questo è il mio cane

Er beisst nicht / er ist ein lieber Hund
Englisch: My dog doesn’t bite / it is a friendly dog
Französisch: Il ne mord pas / C‘est un gentil chien
Spanisch: No muerde / Es un perro amable
Italienisch: Non morde / è un cane buono

Sind Hunde hier erlaubt?
Englisch: Are dogs allowed here?
Französisch: Les chiens sont-ils admis ici?
Spanisch:¿Tienen los perros acceso aquí?
Italiennisch: Sono ammessi qui i cani?

Wo ist der nächste Tierarzt?
Englisch: Where is the nearest vet?
Französisch: Où est le vétérinaire le plus proche?
Spanisch:¿Dónde está el veterinario más cercano?
Italienisch: Dov’è il veterinario più vicino?

Kann ich bitte etwas Wasser für meinen Hund kriegen?
Englisch: Could I please have some water for my dog?
Französisch: Puis-je avoir un peu d’eau pour mon chien s’il vous plaît?
Spanisch:¿Me podría dar un poco de agua para mi perro?
Italienisch: Posso avere dell’acqua per il mio cane, per favore?

Haben Sie meinen Hund gesehen?
Englisch: Have you seen my dog?
Französisch: Avez-vous vu mon chien?
Spanisch:¿Ha visto a mi perro?
Italienisch: ((Einzahl)) Ha visto il mio cane? / ((Mehrzahl)) Avete visto il mio cane?

Impressum
Broschüre „Ferien mit dem Hund“ aus der Serie „Tierschutz durch richtiges Handeln“
3. Auflage, Ausgabe Dezember 2008
Produktion / Realisation: Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz
Text: Susy Utzinger, Prof. Dr. Rico Thun
Fotos: Susy Utzinger

 

Ferien mit dem Hund (pdf)