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Vorsicht Katzenfalle

Mit Menschen-Köpfchen zum Katzen-Wohl - so wird Ihr Haushalt katzensicher

Sie können unendlich unschuldig schauen und haben es dennoch ganz faustdick hinter ihren Katzenohren. Einige Streiche können für unsere Stubentiger sogar lebensgefährlich werden. Denn nicht nur draussen, sondern auch im Haus sind unsere Miezen einigen Gefahren ausgesetzt.

Katzen bezaubern uns, weil sie uns immer wieder überraschen - und gerade deshalb sind wir es unseren neugierigen und vorwitzigen Stubentigern schuldig, dass diese Ueberraschungen für sie nicht tödlich enden. Mit Wissen und Köpfchen können wir unnötigen Haushaltsunfällen vorbeugen.

In dieser Broschüre finden Sie einige Infos und Kniffe, die jeder Katzenfreund kennen sollte.  

Zu den gefährlichen Haushaltsfallen, in die Katzen immer wieder tappen zählen:

  • Gekippte Fenster klemmen Katzen beim Versuch aus dem Fenster zu steigen ein.
  • Heisse Herdplatten verbrennen die Katzenpfoten.
  • Offenstehende Waschmaschinen, Tumbler, Geschirrspüler verlocken als Spiel- und Schlafhöhle.
  • Plastiktüten und Abfallsäcke verlocken zum Spiel, dann droht Erstickungsgefahr.
  • Brennende Kerzen : Verbrennungs- und Brandgefahr
  • Elektrische Kabel verleiten zum Spielen und Reinbeissen.
  • Ungesicherte Balkone und Fenstersimse sind immer wieder der Grund für Stürze in die Tiefe.
  • Zimmerpflanzen können Vergiftungserscheinungen hervorrufen.
  • Selbergebasteltes Spielzeug: Gefahr, Teile zu verschlucken oder sich mit Schnüren oder Aehnlichem selber zu strangulieren.
  • Unabgedeckte Wassertonnen im Garten
  • Ueber die „Gefahren zur Weihnachtszeit“ siehe Seite 4

 

TIERISCHE HAUSHALTSGEFAHREN

Kippfenster verlocken Katzen dazu, ins Freie klettern zu wollen. Dabei rutschen die Büsis oft am glatten Fensterrahmen ab und können ihre Hinterbeine nicht nachziehen. Die Tiere geraten in Panik und je mehr sie strampeln und sich zu befreien versuchen, desto mehr werden sie durch ihr eigenes Körpergewicht in die engen Spalte gedrückt - diese Unfälle enden oft sogar tödlich. Wer nicht auf gekippte Fenster verzichten kann, sollte sich im Fachhandel spezielle Absperrgitter besorgen oder die Kippfensterspalte mit einem eingeklemmten Frottetuch „entschärfen“.

Auch auf den Kochherd springen neugierige Katzen häufig. Leider tun sie das auch, wenn die Platten noch heiss sind - und ziehen sich dabei schlimme Verbrennungen zu. Ein doppelseitiges Klebband auf dem Herd bringt den meisten Stubentigern völlig schmerzlos bei, dass ein Aufenthalt in diesem Bereich unangenehm ist. Meiden sie den Herd, werden sie sich dort auch nie verbrennen können.

Alle Arten von Höhlen und Gängen sind für Katzen interessant. Zu dieser Kategorie gehören für sie auch die Trommeln von Waschmaschinen und Tumblern (oder sogar Geschirrspüler). Hier hilft nur eins: Vor jedem Schliessen der Maschinentür einen kurzen Kontrollblick hineinwerfen.

Auch gewöhnliche Plastik- und Abfallsäcke verlocken unsere Miezen hinein zu steigen. Hier droht schnell Erstickungsgefahr.

 

WENN MEISTER VOM HIMMEL FALLEN

Obwohl Katzen geschickte Kletterer sind, ist ein Absturz vom Balkon oder Fenstersims keine Seltenheit. Häufig passieren solche Unfälle dadurch, dass die Tiere sich auf den glatten Flächen der Simse nicht festkrallen können. Dem kann man entgegenwirken, indem man in den Gefahrenzonen ein Stück Teppich festmontiert. Die perfekte Sicherheit bietet allerdings nur ein gutmontiertes Katzennetz.  

ZERKRATZTE MÖBEL

Katzenbesitzer, die ihre Tapeten und Polstermöbel vor den scharfen Krallen ihrer Mieze schützen wollen, besorgen sich am besten einen Kratzbaum.

Stellen Sie den Baum direkt neben das bisher bevorzugt attackierte Möbelstück, zum Beispiel vor den Sessel und verkleiden Sie ihn mit einer Plastikfolie – diese Folie mag Mieze nicht und dieser Sessel wird jetzt erst mal verschont werden. Ein paar Tropfen Baldrian machen den Katzenbaum noch interessanter und sobald sich Ihr Stubentiger daran gewöhnt hat, seine Krallen am Kratzbaum zu wetzen, können Sie damit beginnen, den Baum jeden Tag ein paar Zentimeter in Richtung des gewünschten Endzustandes zu verrücken. Die Plastikfolie sollte allerdings solange auf dem Sofa bleiben, bis sich die Katze definitiv an ihren neuen Kratzplatz gewöhnt hat.

KATZEN-ACTION IST LEBENSWICHTIG

Weniger als Unfall zu bezeichnen, aber dennoch sehr problematisch und traurig ist ein weiteres Problem : Langeweile und Vereinsamung. Katzen, die keinen Auslauf nach draussen haben, benötigen dringend Beschäftigung im Haus. Haben sie eine zweite Katze, mit der sie sich abgeben können, so ist schon ein grosser Teil an Abwechslung geboten (wenn sich die Katze mögen) - dennoch muss der Mensch das Seine dazu bieten: Schmusen, spielen und immer wieder neue Gegenstände (Schachteln, Aeste, Spielsachen etc.) heranzuschaffen gehören zu den Aufgaben jedes Katzenhalters. Und auch in diesem Bereich ist Vorsicht geboten: Je nach Art und Material des Katzenspielzeugs besteht die Möglichkeit des Strangulierens, einer Vergiftung, des Erstickens oder innerer Verletzungen durch Verschlucken des Fremdkörpers. Qualitativ hochstehendes Katzenspielzeug ist deshalb kein übertriebener Luxus.

IN UNSEREN HAUSHALTUNGEN IST SO MANCHES TIERISCH GIFTIG

Gift für Naschkatzen
Schokolade ist für Katzen giftig und bereits eine Tafel der süssen Masse kann zum Katzen-Tod führen. 

Haushaltsgifte
Besonders lecker scheinen für Katzen Frostschutzmittel und Enteiser zu sein. Achten Sie bei der Verwendung dieser Mittel darauf, dass neben dem Auto keine Reste davon auf den Boden gelangen, die Ihre Katze auflecken könnte.

Ebenso empfiehlt es sich, Aschenbecher regelmässig zu leeren und auch andere für Katzen giftige Stoffe wie Farben, Medikamente, Lösungs-, Putz- und Pflanzenschutzmittel nach Gebrauch jeweils gleich wieder zu verschliessen und dann für die Miezen unerreichbar aufzubewahren.

Menschenmedikamente…
…sind nichts für Tiere und können sehr schädlich wirken. Setzen Sie sich vor der Verabreichung von Medikamenten mit Ihrem Tierarzt in Verbindung.  

Vorsicht: Giftiges Grünzeug
Nicht zu unterschätzen sind Vergiftungen durch Zimmerpflanzen. Ihre Lust auf Grünzeug stillen nämlich viele Büsis indem sie sich an den Pflanzen ihres Halters vergreifen. Und die Liste des für Katzen giftigen Grünzeugs ist sehr lang. Informieren Sie sich deshalb über die Pflanzen, die Sie bereits besitzen und prüfen Sie vor jeder Neuanschaffung deren Ungiftigkeit für Katzen.

Grundsätzlich gilt: Pflanzen, die für Menschen leicht giftig sind, können bei Katzen schwere bis tödliche Vergiftungen hervorrufen. Eine Liste dieser Pflanzen finden Sie auf der Website des Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums www.toxi.ch – mehr Informationen erhalten Sie direkt unter der Telefon-Nummer 145.

Der einzig sichere Rat lautet hier: Giftige Pflanzen raus! Ablenkung von den Zimmerpflanzen schafft oft auch eine kleine Ersatzwiese aus dem Fachhandel: Dort werden Katzengras-Samen und auch bereits die fertigen Grashalme angeboten.

Und wenns doch passiert:

FÜR DEN NOTFALL SOLLTEN SIE ...

... die Telefonnummer des tierärztlichen Notfalldienstes in Ihrer Region zur Hand haben (auch für nächtliche Zwischenfälle).

... über einen geeigneten Transportkorb für Ihr Tier verfügen (im Notfall lassen sich auch die liebsten Kätzchen nicht mehr gerne auf den Arm nehmen).

Bei einer Vergiftung: Verlieren Sie keine Zeit mit dem Einsatz von Hausmitteln – nehmen Sie sofort Kontakt mit dem Tierarzt auf! In Vergiftungsfällen ist es für den Tierarzt unter Umständen hilfreich, wenn Sie die Ursache für die Vergiftung (evtl. mit Verpackung) oder einen Teil von allfällig Erbrochenem in die Praxis mitbringen.

Ausserdem sollten Sie Auskunft geben können über folgende Punkte:

Wieviel

Versuchen Sie, die maximal mögliche aufgenommene Menge abzuschätzen

Wann

Versuchen Sie, die seit dem Vorfall verstrichene Zeit abzuschätzen

Was noch

Erste beobachtete Symptome? Erste getroffene Massnahmen?

Katzengefahren zu Weihnachten

Oh Du Gefährliche

Gibt’s vielleicht eine Futtermarke, die Ihr Hund oder Ihre Katze nicht verträgt? Das heisst, die ihren Hausgenossen so richtig den „Pflütteri“ verursacht? Dann beschaffen Sie doch am besten gleich mal eine Dose dieses natürlichen Abführmittels für Ihre Vierbeiner. Ueber die Feiertage geht nämlich das grosse „Fressen“ nicht nur für uns Menschen, sondern oftmals auch für unsere Vierbeiner los.

Neben überdimensionalen Extraportionen Lachs, Schinkli, Guetsli, Schöggeli und speziellen tierischen Weihnachtsmenus schlagen Hund und Katze vor allem die verschiedenen Festtagsdekorationen lebensgefährlich auf den Magen. Hunde, die die Netzli vom Weihnachtsschinkli aus dem Mülleimer stibizen oder sich die Schöggeli am Christbaum (natürlich mitsamt Alufolie und zusätzlichen Verzierungen) einverleiben leben genauso gefährlich, wie Katzen, die Lametta und anderen Weihnachtsschmuck (oder auch Tannenadeln) nicht nur zum Spielen vom Baum runterholen, sondern sie im Eifer des Gefechts auch noch verschlucken. Kommen solche Fremdmaterialien irgendwie wieder aus dem Tierkörper raus (zum Beispiel mit Hilfe von natürlichen „Abführmitteln“), ist alles noch mal gut verlaufen – werden Hund und Katze allerdings apathisch, können keinen Kot mehr absetzen und verweigern sogar ihre Lieblingsleckerli, wird’s brenzlig. Es könnte sich dann um einen Darmverschuss handeln, einen akuten Notfall!

Für viele Katzen endet auch das neugierige Beknabbern von Dekorationen und Pflanzen mit Vergiftungen: Mistelzweige, Weihnachtssterne, Buchbaumkränze, Eukalyptussträusse und Christusdorn sind für Miezen genauso gefährlich, wie das Trinken des Tannenwassers aus dem Christbaumständer oder das Kauen von Kiefernnadeln. Auch bei ersten Anzeichen einer Vergiftung hilft nur die schnelle Kontaktaufnahme mit dem Tierarzt. (Vergessen Sie in solchen Fällen Hausmittel und Eigentherapien!)

Besser als Heilen ist natürlich Vorbeugen:

Katzen kann man (oftmals wenigstens) vom Baum fernhalten, indem man ihn mit Ingwerpulver bestäubt oder mit Ingwer gefüllte Stoffigürchen an den Baum hängt. (So wird das Haus zusätzlich von einem angenehmen weihnachtlichen Duft erfüllt). In Härtefällen lassen sich Katzen auch mit Hilfe einer Wasserpistole (oder einer Pflanzenspritze) davon überzeugen, dass der Weihnachtsbaum nicht zu ihrem persönlichen Vergnügen aufgestellt wurde.

Das ist für Katzen zur Weihnachtszeit gefährlich:

  • Verschluckte Tannennadeln
  • Trinken des Tannenwassers aus dem Christbaumständer
  • Fressen von Lametta oder anderen Weihnachtsdekorationen, Schöggeli mit Alufolie oder Schinkennetzli
  • Fressen von Weihnachtsschmuck oder Zimmerpflanzen
  • Scherben von Weihnachtskugeln
  • Kerzen aller Art

MIT EINER KATZE WIRD ALLES ANDERS

Unbremsbare Neugierde und wilde Tolpatschigkeit lassen gerade für Jungkatzen manche Haushalteinrichtung zur tödlichen Falle werden.

Die lustigen und tollpatschigen Katzenbabies und –teenager sammeln ihre ersten Umwelterfahrungen mit Vorliebe an Orten, die für katzen-unerfahrene Menschen zum schlichten Alltag gehören. Frischgebackenen Katzenhaltern geben harmlose Haushaltseinrichtungen plötzlich Anlass zum Staunen, zum Lachen – und zur Vorsicht: Oder hätten Sie daran gedacht, dass der geöffnete Toilettendeckel eine Jungkatze geradezu zum Balanceakt auf dem WC-Rand zwingt? Und dass der Erkundungs-Trip in den Geschirrspüler oder den kurz offenstehenden Müllsack zur Ehre jedes Katzen-Teenagers gehört? Und es ist auch ganz klar, dass das Unterlassen eines Mittagsschlafes in der offenstehenden Waschmaschine für ein Katzenbaby schlicht unmöglich ist.

Die Folgen seines Spiels mit dem Elektro-Kabel kann Klein-Tigi genauso wenig abschätzen, wie die Gefahr, des Spaziergangs über die heissen Herdplatten. Die quecksilbrigen Fellknäuel leben ganz schön gefährlich und wer seinen kleinen Stubentiger vor den Gefahren des Alltags bewahren will, der muss ab sofort die Welt mit Katzenaugen sehen: Deshalb heisst es für frischgebackene Katzenhalter, ihre lieben Kleinen davor zu bewahren, bei ihrer Jagd nach Schuhbändeln versehentlich zertreten zu werden, von zuschlagenden Wohnungstüren zerquetscht oder beim Spielen von einer umstürzenden Vase erschlagen zu werden.

Ab sofort werden Putzmittel, Medikamente und Farbtöpfe weggesperrt, Türchen und Schubladen nach dem Oeffnen gleich wieder ordentlich geschlossen und der Waschmaschineninhalt überprüft bevor der Startknopf gedrückt wird. 

Sie können hier die Broschüre kostenlos bei unserer Geschäftsstelle bestellen.

Vorsicht Katzenfalle (pdf)