Damit der Notfall nicht zur Tragödie wird
Für jeden Tierhalter ist eine Notfallsituation mit grosser Angst und Unsicherheit verbunden. Dadurch fällt es umso schwerer, alle wichtigen Daten zur Hand zu haben und in der Hektik alles richtig zu machen.
Vorbereitung ist alles
Hunde und Katzen können auf der Strasse, aber auch im Haushalt in Not geraten. Tierhalter und Tierfreunde können also jeder Zeit in die Lage kommen, einem Vierbeiner in Not helfen zu müssen.
Nachstehend erfahren Sie einiges über Erste Hilfe an Hund und Katze in den häufigsten Notsituationen. Die Broschüre ersetzt nicht den Besuch eines Erste Hilfe-Kurses für Tiere, bietet Ihnen aber eine Merkhilfe für das richtige Verhalten in Notfällen. Sollten Sie Fragen zu Begriffen oder Vorgehensweisen in dieser Broschüre haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt – er gibt Ihnen bestimmt gerne praktische Anweisungen und Hilfestellung.
Wichtig dabei ist, dass es sich lediglich um eine ERSTE Hilfe handelt. Verletzte Tiere müssen auf jeden Fall so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden und weiter behandelt werden. Lesen Sie dieses Büchlein jetzt schon mal durch – dann sind Sie im Notfall vorbereitet!
Was jeder Tierhalter über seinen Hund wissen sollte
Körpertemperatur:
Normal: 37.5 – 39 Grad (jüngere Hunde haben oft eine etwas höhere Temperatur), Fieber ab: 39,5 Grad
Puls:
Normal: grosse erwachsene Hunde 70 - 100 Schläge pro Minute
mittlere 80 – 130 und kleine Hunde und Welpen 90 – 160 Schläge pro Minute.
Unregelmässigkeiten im Pulsschlag sind beim Hund (im Gegensatz zum Menschen) durchaus normal und kein Grund zur Beunruhigung.
Atemfrequenz:
Grosse Hunde ca. 15-30 Atemzüge / Min.
Kleine Hunde und Welpen ca. 30 – 50 Atemzüge / Min.
Was jeder Tierhalter über seine Katze wissen sollte
Körpertemperatur:
Normal 38 Grad, Fieber ab: 39 Grad
Puls:
Normal: 110 bis 140 pro Minute
Atemfrequenz:
25 – 40 Atemzüge pro Minute
Achtung: Maulatmung und Hecheln ist bei Katzen (anders als bei Hunden) nicht normal, sondern auffällig!
Training ist alles
Üben Sie mit Hund und Katze spielerisch, sich untersuchen zu lassen. Augen, Ohren und Pfoten anschauen, Puls und auch mal Fieber messen sowie das Tier hochheben – das alles geschieht im Ernstfall für Tier und Halter viel leichter, wenn es vorab bereits hin und wieder geübt wurde. Dasselbe gilt auch für das Anlegen eines Maulkorbes oder einer Maulschlinge bei Hunden.
Fühlen Sie ihrem Vierbeiner auf den Puls
Der Puls lässt sich an der Oberschenkelinnenseite, an der Zungenunterseite, im Bereich der Aussenwölbung der Ohrmuschel oder an der Schwanzunterseite fühlen. Nicht nur der Frequenz, sondern auch der Regelmässigkeit und der Qualität des tastbaren Blutflusses sollte Beachtung geschenkt werden.
Achtung: Suchen Sie den Puls nicht mit dem Daumen – das birgt die Gefahr, dass Sie Ihren eigenen Puls, statt den des Tieres erfühlen.
So wird Fieber gemessen
- Die Spitze des Thermometers mit Vaseline bestreichen und einige Zentimeter (je nach Grösse des Tieres) in den After einführen.
- Das Tier bleibt während des Vorgangs am besten stehen – um den Vierbeiner am Hinsetzen zu hindern, greifen Sie mit ihrem Arm (oder der Hand) unter dem Bauch des Tieres durch.
Die eigene Sicherheit
Die eigene Sicherheit darf bei der Erstversorgung eines verunfallten Tieres nicht vernachlässigt werden. Unüberlegtes Handeln bringt Mensch und Tier in Gefahr. Verletzte Hunde und Katzen sind unberechenbar und können unter Angst- oder Schmerzeinfluss zubeissen oder auch versuchen zu flüchten. Deshalb gilt es folgendes zu beachten:
- Unfallstellen im Strassenverkehr absichern, Leuchtweste anziehen
- Situation richtig einschätzen: Hunde ansprechen und Stimmung und Zustand beurteilen. Wenn möglich anleinen.
- Fluchtrisiko einschränken: Katzen so schnell wie möglich fixieren und in Transportkorb setzen – wenn möglich Lederhandschuhe dafür anziehen.
- Achtung: Auch Tiere, die auf den ersten Blick bewegungsunfähig scheinen, mobilisieren in der Panik oft ihre letzten Kräfte und entweichen.
- Für Manipulationen an Hunden (z. B. verbinden, ins Auto heben etc.) evtl. kurz eine Maulschlinge anlegen (diese muss danach wieder abgenommen werden, damit das Tier hecheln kann und bei allfälligem Erbrechen nicht behindert wird.)
Alarmieren
Melden Sie sich wenn möglich vor Fahrtantritt telefonisch beim Tierarzt an. Wenn Sie und Ihr Patient bereits in der Praxis / Klinik erwartet werden, kann die Behandlung schneller erfolgen.
Ab zum Tierarzt
Bei den Massnahmen, die in dieser Broschüre umschrieben werden, handelt es sich lediglich um eine ERSTE Hilfe. Verletzte Tiere müssen in jedem Fall so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht und weiter behandelt werden.
Ein wichtiger Punkt: Der Tiertransport
- Die richtige Lagerung: Den Patienten nie auf die verletzte Seite legen.
- Vermeiden Sie Manipulationen an den verletzten Stellen.
- Schwer verletzte oder bewusstlose Tiere in Seitenlage bringen und während des Transportes sichern. Hund und Katze dürfen nicht Gefahr laufen, während des Transportes zu fallen oder zu rutschen (weder in der Box noch mitsamt der Transportbox). Sie könnten sich dabei noch mehr verletzten oder gar entweichen.
- Nur leicht bis mittelschwer verletzte Tiere bestimmen ihre Haltung während des Transportes selbst – keinen Zwang ausüben.
- Beruhigen: Besonders aufgeregte Katzen werden ruhiger, wenn ein Tuch lose über den Transportkorb gelegt wird. (Achtung: Luftzufuhr sichern!)
- Achtung: Bewusstlosen Tieren dürfen niemals Flüssigkeiten oder Medikamente eingegeben werden. Verletzten, verunfallten oder vergifteten Tieren darf nur auf ausdrückliches tierärztliches Geheiss hin etwas verabreicht werden.
Einstufung der Notfälle
Akute Lebensgefahr:
- Lebenserhaltende Sofortmassnahmen innerhalb weniger Minuten nötig
- Erfordert eine Behandlung innerhalb von Minuten bis zu einer Stunde
- Erfordert eine Behandlung innerhalb der ersten Stunden
Bei schweren Unfällen von Hunden und Katzen sind neben den Erste Hilfe-Leistungen (starke Blutungen stillen, Herzmassage, Beatmung) vor allem der richtige und schnelle Transport zum Tierarzt wichtig.
Atem- / Herzstillstand (betrifft Hund & Katze)
Symptome: Hund oder Katze atmet anfangs noch angestrengt mit weit zurückgezogenen Lefzen und gestrecktem Hals, Zunge bläulich gefärbt. Extremer Notfall bei weniger als sechs Atemzügen pro Minute.
Erste Hilfe: Das ABC der Reanimation
Atemwege freihalten:
Maul weit öffnen, Zunge hervorziehen, Blockaden und evtl. Fremdkörper entfernen
Kontrolle der Atmung: Die Atembewegungen von Hund und Katze lassen sich am Heben und Senken des Brustkorbes oder durch Auflegen einer Hand auf Brustkorb und Bauch erkennen. Wenn trotz freier Atemwege keine Spontanatmung eintritt, müssen Sie sofort überprüfen, ob nicht auch gleichzeitig ein Herzstillstand vorliegt.
Beatmung bei Atemstillstand:
Mund-zu-Schnauze-Beatmung (kleine Hunde und Katzen: Mund zu Nase und Maul), alle drei Sekunden – bei Herzstillstand kombiniert mit Herzmassage im Sekundentakt. Das Verhältnis von Ein- zu Ausatmungsdauer sollte 1:2 betragen. Lassen Sie nach jedem Atemstoss eine kleine Pause für die Ausatmung zu. Oft reichen ein oder zwei Atemstösse, um die Atmung des Tieres wieder zu stimulieren.
Kontrolle der Herztätigkeit: Eine Herzmassage darf nur bei nachgewiesenem Herzstillstand durchgeführt werden. Um nicht vorschnell von einem Herzstillstand auszugehen, sollten Sie auf die Gesamtheit folgender Symptome achten: Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, kein fühlbarer Puls und Herzspitzenstoss, weite, „lichtstarre“ Pupillen.
Cardiale Reanimation:
Herzmassage: Tier auf die rechte Seite legen. 15-20 schnelle Kompressionen, gefolgt von zwei Beatmungen.
Grosse Hunde: Führen Sie die Herzmassage auf der Höhe des grössten Brustkorbdurchmessers des Hundes durch. Geben Sie Druck durch die übereinandergelegten Handballen und mit durchgedrückten Armen.
Kleine und mittlere Hunde und Katzen: Starten Sie die Herzmassage oberhalb des Ellbogengelenkes. Je nach Grösse des Tieres Massage mit Fingerspitzen durchführen.
Achtung: Der Beatmungs- und Massagedruck sowie deren Frequenz müssen unbedingt der Anatomie des Tieres angepasst werden. Evtl. Kissen unter den Brustkorb des Tieres legen.
Brüche (betrifft Hund & Katze)
offene Brüche (betrifft Hund & Katze)
Symptome: Anschwellen, Schmerzen, Funktionsverlust des Gliedes, verformtes Glied, Hochhalten des Gliedes.
Erste Hilfe: Versuchen Sie auf keinen Fall, den Bruch selber zu richten oder zu schienen! Bringen Sie das Tier sofort zum Tierarzt (nicht auf die verletzte Seite legen). Das Tier soll allfällig gebrochene Gliedmassen auf keinen Fall mehr belasten. Bei Verdacht auf Rückenverletzung im Notfall auf einem Brett transportieren. Bei einem offenen Bruch (wenn der Knochen durch die Haut ragt), offene Stelle mit einer keimfreien Wundauflage oder einem Verbandstuch locker bedecken.
Achtung: Denken Sie nach einem Unfall an weitere, unter Umständen lebensbedrohliche Verletzungen, die Sie nicht auf Anhieb sehen!
Transport-Tipp: Ein Sturz auf die gebrochene Gliedmasse während des Transportes unbedingt vermeiden. Fixieren Sie das Tier während des Transports gut.
Schnittwunden / Risswunden (betrifft Hund & Katze)
Symptome: evtl. Hinken und Hochhalten einer Pfote, evtl. Schmerzäusserung. Starke Blutung an der Pfote, Schnitt in einer Zehen- oder Pfotenballe.
Erste Hilfe:
1. Blutstillung durch satten Druckverband.
2. Falls immer noch Blut durchdrückt, nochmals eine Lage auflegen.
3. Nach spätestens 1-2 Stunden Verband öffnen und die Situation zu beurteilen.
4. Ist der Schnitt tiefer als 4 Millimeter wird empfohlen, die Wunde dem Tierarzt zu zeigen.
Achtung: Tief klaffende und grössere Riss- und Schnittverletzungen müssen genäht werden, und zwar innerhalb der ersten 6 Stunden nach dem Unfall. Vermeiden Sie Manipulationen (durch Mensch oder Tier) an der Wunde!
Magendrehung (betrifft Hund)
Eine Magendrehung tritt meist 1 - 2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf. Herumtollen und wilde Sprünge beim Spiel begünstigen eine Magendrehung. Dabei dreht sich der Magen um seine eigene Achse und verschliesst so den Zugang zur Speiseröhre und zum Magenausgang. Der Magen gast auf und drückt die Blutzufuhr zum Herzen und anderen Organen ab.
Symptome: Unruhiges Umherlaufen, Versuche des Hundes zu erbrechen, würgen, starke Unterleibsschmerzen, aufgeblähter Brust- und Bauchbereich, schwere Atmung, Speicheln, Hecheln
Erste Hilfe: Absoluter Notfall! Tier kann meist nur durch eine Notoperation gerettet werden. Gleich beim ersten Anzeichen reagieren!
Achtung: Avisieren Sie den Tierarzt sofort telefonisch, damit er alle nötigen Vorbereitungen für die Operation treffen kann. Bei einer Magendrehung zählt jede Minute!
Transport-Tipp: Vorsicht beim Hochheben – nicht zu viel Druck auf den Magen geben.
Verbrennung (betrifft Hund & Katze)
Verbrennungen können durch Wärmequellen, Chemikalien und Stromquellen entstehen. Die Symptome unterscheiden sich je nach Ursache der Verbrennung.
Erste Hilfe:
1. Betroffene Stellen sofort mindestens 10 – 15 Minuten unter fliessend kaltes Wasser halten (oder in kaltes Wasser eintauchen), danach Eisbeutel oder Kühlakku auf die Wunde legen (kein direkter Hautkontakt!).
2. Offene Wunden NICHT abdecken, da sich Wunde und Stoff verbinden, Wunde lieber unbedeckt lassen und sofort den Tierarzt aufsuchen. Ständig weiterkühlen!
3. Keine Brandsalbe auftragen und die Brandblasen nicht aufstechen.
4. Bieten Sie dem Tier Trinkwasser an.
Augenverletzungen (betrifft Hund & Katze)
Verletzungen des Augapfels und der Augenlider – beispielsweise durch Äste oder auch Bisse – stellen immer einen Notfall dar!
Erste Hilfe:
1. Wenn möglich, Auge mit kaltem, klaren Wasser waschen (NICHT reiben).
2. Steckt ein Fremdkörper im Auge, NICHT herausziehen. Fremdkörper in Augen und Ohren sollten nur von einem Tierarzt entfernt werden.
3. Wassergetränkten Wattebausch oder Stück einer Mullbinde auf das Auge legen, um es feucht zu halten.
4. Binde locker am Auge befestigen – entweder mit Verband oder mit Fixierpflaster.
Achtung: Tier auf dem Weg zum nächsten Tierarzt unbedingt daran hindern, sich am Auge zu kratzen bzw. den Verband zu entfernen.
Stark blutende Wunden, äusserlich (betrifft Hund & Katze)
Starke Blutungen hören nicht von alleine auf, sondern müssen versorgt werden bis tierärztliche Behandlung erfolgt. Achtung: Bei starken Blutungen besteht immer Schockgefahr!
Erste Hilfe:
Anlegen eines Druckverbandes:
1. Verband einige Male über die Wunde wickeln.
2. Einen Gegenstand (hier im Bild zum Beispiel ein Handy) in Wundgrösse auf die Stelle der Wunde legen und mit einwickeln. Dadurch wird Druck ausgeübt und die Blutung gestillt.
3. Abbinden bei schweren Blutungen an den Gliedmassen, wenn diese durch den nicht Druckverband unter Kontrolle gebracht werden können (nie länger als 10 Minuten).
4. Notfalls (sind weder ein Druckverband noch Abbinden möglich sind) mit den Fingern, der Hand oder der Faust das zuführende Gefäss bis zum Eintreffen beim Tierarzt zupressen.
Achtung: Das Abbinden blutender Wunden ist für Laien schwierig und wird oft falsch gemacht. Dadurch kann sich die Blutung verstärken und das Bein anschwellen. Das kann gefährlich werden – deshalb immer erst mit Druckverband versuchen!
Insektenstich (betrifft Hund & Katze)
Durch die Allergen-Wirkung vieler Insektengifte kann es nach einem Stich zu Schwellungen kommen. Bei Stichen im Maul- / Rachen- / Halsbereich besteht Erstickungsgefahr!
Symptome: Tier wird unruhig, jault und leckt sich die Wunde, zeigt Druckempfindlichkeit. Ein Stich in den Rachen löst Atemnot, Husten, Würgen aus.
Erste Hilfe:
1. Entfernen des Stachels
2. Kühlung der Schwellung mit feuchten Tüchern
3. Hund oder Katze am ständigen Belecken der Stichstelle hindern
4. Vorbeugend Antihistamine verabreichen (in Apotheken erhältlich)
Bei Stich in den Rachenraum: Hals / Maul von aussen mit Eisbeuteln kühlen, kaltes Wasser trinken lassen.
Achtung: Bei Mehrfachstichen und/oder Stichen im Rachen oder im Zungengrund muss der Tierarzt sofort aufgesucht werden. Auch unter Tieren gibt es Allergiker. Im schlimmsten Fall kann es zu Schleimhautschwellungen und Erstickungsanfällen oder einem allergischen Schock kommen.
Hitzekollaps / Hitzschlag (betrifft Hund & Katze)
Hund und Katze können nicht schwitzen und erleiden bei körperlicher Anstrengung in der Hitze oder auch im heissen Auto wesentlich schneller einen lebensgefährlichen Hitzschlag als Menschen. Ein Hitzschlag ist die Reaktion des Körpers auf Überhitzung, also wenn nicht genug Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann. Die Vorstufe zum Hitzschlag ist der Hitzekollaps.
Symptome: starkes Hecheln bei heraushängender Zunge, Nervosität, erhöhte Körpertemperatur, Taumeln, rasender Puls, Atemnot, Tier ist nicht mehr ansprechbar, evtl. Bewusstlosigkeit.
Erste Hilfe:
1. Das Tier sofort an einen kühlen Ort bringen (raus aus dem Auto) bzw. in den Schatten.
2. Wasser zum Trinken anbieten
3. Kühlung mit Wasser, dabei an den Gliedmassen beginnen (wenn möglich, Beine ins Wasser stellen) – intensives Zufächern von Luft. Mind. 15 Minuten lang kühlen.
Achtung: Nasse Tücher sind zur Kühlung ungeeignet – sie können die Temperatur nicht ausreichend schnell senken, sondern stauen zusätzlich Wärme.
Schock (betrifft Hund & Katze)
Als Schock bezeichnet man ein akutes Kreislaufversagen, das viele Ursachen haben kann (als Folge einer Erkrankung, Verletzung oder eines Unfalles) und lebensbedrohlich ist!
Symptome Anfangsstadium: Allgemeine Schwäche, evtl. Bewusstlosigkeit, schneller Puls, beschleunigte Atmung, blasse, evtl. bläuliche Schleimhäute, leichte Untertemperatur, kalte Gliedmassen und Ohren.
Fortgeschritten: Tier fällt ins Koma und hat evtl. weite Pupillen.
Erste Hilfe:
1. Schocklage: Tier auf die rechte Seite legen (mit gestrecktem Kopf und hochgelagertem Hinterteil).
2. Stillung von möglichen Blutungen, Schutz des Tieres vor Unterkühlung.
3. Pulskontrolle, auf Herzstillstand achten.
4. Das Tier mit einer Decke wärmen.
Transport-Tipp: Leinen Sie einen Hund, der unter Schock steht, an! Eine Katze – wenn möglich – in einen Korb legen. Wärmen Sie das Tier auch während des Transportes mit einer Decke.
Fenstersturz (betrifft Katze)
Katzen stürzen meist bei dem Versuch Insekten oder Vögel zu fangen von Fenster- oder Balkonsimsen ab. Obwohl sie dabei im Normalfall auf ihren Pfoten landen, ist bei einem Sturz von höheren (und auch von relativ tief liegenden) Stockwerken immer mit Verletzungen zu rechnen.
Erste Hilfe: Zeigt das Tier Symptome wie Nasenbluten, Probleme bei der Atmung, starkes Hinken, Apathie usw. sollte sofort tierärztliche Hilfe erfolgen.
Achtung: Es ist auch mit inneren Verletzungen zu rechnen. Beobachten Sie Ihre Katze also auch dann sehr gut, wenn sie äusserlich keine Verletzung aufweist. Blasse Schleimhäute (Augen, Zahnfleisch), Blut im Urin und Apathie sind Alarmzeichen!
Verklemmung im Kippfenster (betrifft Katze)
Beim Versuch, durch ein Kippfenster zu klettern, bleiben Katzen oft hängen und verkeilen sich bei ihren Befreiungsversuchen immer tiefer im Fensterspalt. Die hintere Körperhälfte wird mehr oder weniger lang von der Blutzufuhr abgeschnitten, daher ist mit Lähmung der Hinterbeine und mit Schock zu rechnen.
Erste Hilfe: Katze sofort befreien – wenn möglich durch zwei Personen, die das Tier von beiden Seiten des Fensters gleichzeitig hochheben können.
Achtung: Das Tier wird nach der Befreiung sehr starke Schmerzen verspüren, sobald das Blut wieder zu zirkulieren beginnt. Katze sofort nach der Befreiung in einen Korb setzen und ab zum Tierarzt!
Bissverletzung (betrifft Hund & Katze)
Hund / Hund: Je nach Grössenverhältnis der kämpfenden Hunde können harmlose bis massive Verletzungen entstehen. Gefährlich sind Verletzungen von kleinen Hunden im Bereich des Brustraumes. Dies kann im schlimmsten Fall durch die entstandene Einbusse der Lungenfunktion zum Tod durch Ersticken führen. Nach Beissereien infizieren sich die Wunden oft und brauchen tierärztliche Behandlung.
Katze / Katze: Meist entstehen nach Katzenkämpfen durch die Eckzähne kleine Wunden. Diese können nach zwei bis drei Tagen zu schmerzhaften eitrigen Abszessen führen. Die Katze hat meist Fieber, und oft platzen diese Abszesse auf und es entstehen riesige, klaffende, oberflächliche Wunden. Diese müssen tierärztlich versorgt werden.
Hund / Katze: Sehr oft ist diese Begegnung für die Katze tödlich. In der Regel trägt sie schwere Verletzungen davon, sicher aber einen Schock. Eine solche Katze gehört immer in tierärztliche Behandlung.
Fremdkörper im Maul (betrifft Hund & Katze)
Symptome: Das Tier ist unruhig und versucht, mit den Pfoten etwas aus dem Maul zu entfernen. Möglicherweise ringt es nach Luft, evtl. hechelt und speichelt es.
Erste Hilfe:
1. Maul öffnen und Fremdkörper lokalisieren
2. Ist der Fremdkörper sichtbar und nicht schnell und leicht zu entfernen, muss das Maul durch eine Zweitperson geöffnet werden: Zwei Schlaufen herstellen (z. B. mit Mullbinde, Krawatten, Halstuch, Strumpf etc.) und damit Unter- und Oberkiefer langsam auseinander ziehen.
3. Nun kann der Fremdkörper aus dem Maul entfernt werden.
Achtung: Der Fremdkörper darf bei den Entfernungs-Versuchen auf keinen Fall in den Rachen des Tieres gestossen werden!
Vergiftungen (betrifft Hund & Katze)
Symptome: Je nach Gift: Magen-Darm-Störungen, Erbrechen, Durchfall, Muskelkrämpfe, gestörte Reflexe, Bewusstseinsstörungen, vibrierende Tasthaare, Bewusstlosigkeit.
Erste Hilfe:
1. Atemwege frei halten: Erbrochenes aus Maul- und Rachenbereich entfernen. Wenn das Tier bewusstlos wird, droht Erstickungsgefahr.
2. Möglichst genaue Angaben über die Art des Giftes zum Tierarzt mitnehmen (evtl. Giftreste, Flasche, Verpackung etc.).
3. Bis zum Eintreffen beim Tierarzt Hund oder Katze in Schocklage (Anleitung siehe „Schock“) bringen.
Gift kann auf verschiedene Arten in den Körper des Tieres gelangen. Entsprechend unterscheiden sich die Erste-Hilfe-Massnahmen:
- Oral (durch Essen / Trinken): Verschwenden Sie keine wertvolle Zeit damit, in dem Sie versuchen, das Tier zum Erbrechen zu bringen. Je nach Giftart könnte das dem Tier sogar schaden.
- Nasal (durch Einatmen): Das Tier schnell in einen anderen Raum oder an die frische Luft bringen!
- Dermal (über die Haut): Betroffene Stellen mit klarem Wasser gründlich abwaschen.
Tel. 145: Beim Tox-Zentrum erhalten Sie rund um die Uhr unentgeldliche ärztliche Auskunft bei Vergiftungsfällen und Vergiftungsverdacht. www.toxi.ch , weitere Infos auf www.clinitox.ch
Sie können hier die Broschüre kostenlos bei unserer Geschäftsstelle bestellen.
Erste Hilfe für Hund und Katze (pdf)