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Was Katzenfreunde wissen sollten
Katzen sind herzig und wer sie sieht, würde sie am liebsten ohne darüber nachzudenken, gleich mitnehmen.
Ganze egal ob Baby-Büsi oder ausgewachsene Mieze: Damit der Wunsch nach einer Katze nicht zum Schnellschuss und somit zur Enttäuschung für Mensch und Tier wird, sollten Sie sich vorab einige Punkte bewusst machen.
- Kann ich mit den Veränderungen in meinem Haushalt umgehen?
Eine Katze bewohnt keinen Käfig, sie ist Mitbewohnerin der ganzen Wohnung – und zwar eine ganz schön eigenwillige. Katzenhaare, der Geruch von Futter, Katzensandkörnchen und Einrichtungen wie Kratzbaum, Näpfli, Katzentüre, Kistli, und Schlafbettli können das Gesicht einer Wohnung verändern.
- Bis das der Tod Euch scheidet
Katzen werden gut 12 Jahre alt, manche von ihnen werden auch 20-jährig.
- Wohin mit dem Tier während der Ferien?
Die Ferien-Katzenbetreuung will organisiert sein und kostet unter Umständen Geld. (siehe Seite ..)
- Zeitaufwand
Katzen sind zwar unabhängige Geschöpfe, dennoch sind sie auf die Pflege und Zuwendung ihres Halters angewiesen. Neben Fütterung und Toilettenreinigung fordern Fellpflege, Tierarztbesuche sowie Spiel- und Schmusestunden ihre Zeit.
- Finanzieller Aufwand
In den meisten Fällen ist es nicht der Tierkauf, der die meisten Kosten verursacht, sondern die artgerechte Unterbringung und Pflege des Tieres. Neben Futter müssen auch Katzen-Zubehör, Impfungen, Entwurmungen, Kastration, Zahnsteinentfernung und die Behandlung allfälliger Krankheiten einkalkuliert werden. Auch die Kosten für die Ferienbetreuung sind nicht zu unterschätzen.
- Katzen-Halteerlaubnis
Für die Katzenhaltung braucht es eine ausdrückliche Erlaubnis des Vermieters. Am besten verlangen Sie diese schriftlich. Ebenso brauchen Sie eine Bewilligung für das Anbringen einer Katzenleiter.
Vereinbarung über die Heimtierhaltung IEMT
Streit, Frust, die Suche nach einer neuen Wohnung oder sogar ein heimatloses Tier sind oft die Folge von Missverständnissen zwischen Vermieter und tierhaltendem Mieter. Wer Unstimmigkeiten oder sogar einem Tierhalteverbot im Mietobjekt aus dem Weg gehen will, der sorgt am besten schriftlich vor und zwar vor der Anschaffung seines Heimtieres. Damit die Kirche im Dorf und die Katze im Haus bleiben, wurde der „Anhang zum Mietvertrag für Wohnräume“ kreiert. Diesen Anhang können Sie kostenlos herunterladen auf www.iemt.ch
KATZEN-HALTUNG
Pflichten des Katzenhalters
Katzen sind eigenwillig und selbständig – unter anderem wegen diesen Eigenschaften sind sie bei vielen Tierhaltern sehr beliebt. Wer sich allerdings eine Mieze anschafft, weil er glaubt, er hätte mit einem pflegeleichten Schmusetier gar keine Pflichten, der irrt sich. Neben den jährlichen Impfungen und regelmässigen Entwurmungen haben Katzen nämlich auch einen Anspruch auf tägliche Spiel- und Schmusestunden sowie auf Gesundheitskontrollen und Fell- und Körperpflege (je nach Haarlänge sogar täglich).
Daneben darf ein zukünftiger Katzenhalter auch die gesteigerte Wohnungspflege nicht vergessen: Regelmässiges Reinigen der Katzentoilette, Katzenhaarentfernung auf allen möglichen Schlaf- und Liegeplätzen und die Erstellung von Aussichtsplätzen und Spielmöglichkeiten gehören ebenso zur Katzenhaltung wie die Eliminierung möglicher Gefahrenquellen in der Wohnung und die Sicherung des Balkons mit einen Katzennetz. Auch Büsis, die Auslauf ins Freie geniessen, sind mehr als nur Gäste in der Wohnung ihres Halters und haben Anspruch auf eine Katzentoilette, die ihnen zumindest die Möglichkeit gibt, Nachbars Garten zu verschonen.
Das alles ist keine Hexerei, aber ein Aufwand, den Katzenhalter ihren Miezen schuldig sind - und den uns unsere Stubentiger immer wieder mit wohligem Schnurren danken.
Eine oder zwei Katzen
Aneinander gekuschelt schlafen, gemeinsam aus dem selben Napf fressen oder spielend durch die Gegend toben: Wer schon einmal Katzen beobachtet hat, die einander mögen, der weiss, wie viel sich diese Tiere zu geben haben.
Allerdings mögen längst nicht alle Mitglieder der Familie Samtpfote ihre Artgenossen: Auch unter Katzen gibt’s Einzelgänger, denen nichts mehr widerstrebt, als der Kontakt zu ihren Artgenossen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Mieze während ihrer Sozialisierungsphase keinen Kontakt zu anderen Büsis hatte und schlicht nie lernte, wie schön das Katzenleben mit andern Samtpfoten sein kann. Haben solche Katzen Auslauf ins Freie und können sich dabei mit allerlei Kätzischem beschäftigen, ist ein Single-Leben weiter kein Problem. Ist die Mieze allerdings ein reiner Stubentiger, muss anstelle des tierischen Kontakts der Mensch hinhalten: Ausgiebige Spiel- und Schmusestunden mit der ganzen Familie und viel Abwechslung sind für solche „Einzelkinder“ noch wichtiger als für alle andern Katzen. Werden diese Kontakt- und Action-Bedürfnisse nicht oder zuwenig befriedigt, wird’s auf die Dauer problematisch: Es kommt häufig vor, dass Einzelkatzen, die ihre Tage alleine in der Wohnung verbringen müssen, früher oder später mit Verhaltensstörungen darauf hinweisen, dass ihnen etwas Wichtiges in ihrem Leben fehlt.
Aus diesem Grund macht ein kätzischer Verkupplungsversuch meistens Sinn: Auch wenn Miez und Mauz sich nicht auf Anhieb sympathisch sind, haben sie sich oft früher oder später viel zu geben.
Freilauf- oder reine Wohnungskatze?
Reine Wohnungskatzen müssen nicht grundsätzlich unter dem fehlenden Auslauf nach draussen leiden. Damit das gemeinsame Glück von Mensch und Tier auf engem Raum nicht zur gegenseitigen Quälerei wird, müssen allerdings zwei Punkte unbedingt erfüllt werden: Erstens der fehlende Drang nach freiem Auslauf – der ist unverzichtbar. Manchmal werden aus Tieren, die von klein auf nie Freilauf-Möglichkeiten geboten bekamen, zufriedene Wohnungskatzen. Allerdings können auch Büsis, die niemals unter freiem Himmel spazieren durften, intensiv den Drang nach Freiheit verspüren.
Zum Zweiten müssen die intelligenten, neugierigen und bewegungsfreudigen Miezen beschäftigt und unterhalten werden. Neben selbstverständlichen Einrichtungen wie Futter, Wasser und Katzenklo gehören auch Kratzbaum, Katzengras und erhöhte Liegeplätze zum unverzichtbaren Inventar einer „Katzenwohnung“. Katzen-Action entsteht durch Spiel- und Schmusestunden oder durch wiederholte büsitechnisch interessante Neustrukturierungen des Wohnraumes. (Wie wärs mit leeren Schachteln, Papiersäcken und jeder Menge Spielzeug?)
Wohnungshaltung für eine Einzelkatze bedeutet viel Verantwortung: Während mindestens 6 Stunden pro Tag sollte jemand anwesend sein und sich in dieser Zeit auch immer mal wieder mit der Katze abgeben. Auch an die Platzverhältnisse stellt die reine Wohnungshaltung Ansprüche: Grundsätzlich gilt eine Zweizimmerwohnung als untere Grenze und man sollte ein Zimmer pro Tier rechnen.
Wenn Freilauf, dann richtig: Die Katzenklappe
Ungehinderter Zugang zum Haus ist wichtig! Das Tier am Morgen, vor der Arbeit, raus zu sperren und erst am Abend (nach Arbeit, Apéro und Kino-Besuch) wieder ins Haus zu lassen, ist keine akzeptable Lösung. Auch Katzenhaltung im Treppenhaus ist abzulehnen.
Wer tagsüber nicht zu Hause ist, um seine Katze wieder ins Haus zu lassen, montiert am besten eine Katzenklappe. So kann die Mieze ins Haus, wann immer sie will. Diese Türchen sind in verschiedenen Ausführungen im Handel erhältlich. Neben der einfachen Katzenklappe sind Ausführungen erhältlich, die den Besuch von fremden Katzen im Haus verhindern: Die Magnetkatzenklappe zum Beispiel erlaubt nur einer Katze, die das entsprechende Magnet am Halsband trägt, Zugang zur Wohnung. Neu sind nun auch Klappen im Handel, die Katzen an ihrem Mikrochip erkennen und nur diejenigen Tiere ins Haus lassen, deren Chip im Türchen einprogrammiert ist.
Die Kennzeichnung Ihrer Katze
Es lohnt sich, Katzen mit Mikrochips zu kennzeichnen. Die reiskorngrossen Chips werden Ihrer Katze beim Tierarzt unter die Haut implantiert. Mit dieser Implantierung und der Registratur bei der zentralen Meldestelle ANIS ist das Tier für sein ganzes Leben gekennzeichnet: Entlaufene Tiere können wieder ihrem Besitzer zugeführt werden und die Gefahr einer Verwechslung oder eines Diebstahls sinkt. Auch bei reinen Wohnungskatzen lohnt sich eine solche Kennzeichnung!
Katzenferien
Wer verreist, der wünscht sich natürlich auch schöne Ferien für seine Mieze und hofft darauf, sich ohne Sorgen um den geliebten Stubentiger erholen zu können. Neben Tier-Ferienheim oder Heimtierbetreuungsdienst wählen viele Büsihalter die Möglichkeit von Katzenferien bei Bekannten: Die Mieze hat so während des Urlaubs ihrer Halter persönliche Betreuung und ein gewisses Zuhause-Feeling.
Wer für seine Katze solche Auswärts-Ferien plant, der organisiert am besten vorab schon mal ein kätzisches Wellness-Weekend an der geplanten Feriendestination: Ferienbetreuer und Katze können sich so kennen lernen, das Büsi kann sein zukünftiges Feriendomizil schon mal tierisch unter die Lupe nehmen und wird sich dann beim wirklichen Ferienantritt schon nicht mehr so fremd fühlen. Zusätzlich können die Tierhalter ihre gewünschten Betreuungspunkte ganz klar deklarieren. Auch für die Katzensitter haben solche Kennenlern-Weekends gute Seiten: Sie spüren in diesen Tagen nämlich eins zu eins, was es bedeutet, einen Stubentiger in den eigenen vier Wänden zu beherbergen, können sich noch alle offenen Fragen beantworten lassen und wissen danach genau, ob sie sich ein solch tierisches Zusammenleben für ein paar Wochen denn auch wirklich vorstellen können oder wollen.
Freilauf bei den Katzensittern ist nicht zu empfehlen.
Das Tier während der Ferien vor die Tür zu setzen und zu hoffen, es würde sich dann schon selber versorgen, ist nicht nur grausam, es ist auch verboten: Wer so handelt, verstösst gegen Art. 26 des schweizerischen Tierschutzgesetzes und wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft oder muss eine Geldstrafe bezahlen, die durchaus mehrere zehntausend Franken betragen kann.
KATZEN-FÜTTERUNG
- Optimale Ernährung
Da die wenigsten Katzenhalter dazu bereit sind, ihre Miezen zur optimalen Ernährung mit Mäusen, Küken und anderen typischen Beutetieren zu versorgen, ist Fertigfutter (Premium Vollnahrung) für die heutige Katzenhaltung empfehlenswert: Alle Nahrungsbestandteile, Nährstoffe und Vitamine sind darin in der benötigten Menge und Zusammensetzung enthalten.
- Selbstgekochtes
Wer für seine Katze selber kochen will, müsste dafür die Zusammensetzung der Nahrung fachmännisch berechnen und zusammenstellen und ausserdem Vitamine, die durch das Kochen zerstört werden, anderweitig ersetzen. Die Gefahr von Fehlernährung und daraus resultierenden Mangelerscheinungen ist dabei gross. Ebenso ergeben auch Tischreste keine ausgewogene Katzennahrung.
- Die Menge macht’s
Unsere heutigen Hauskatzen brauchen aufgrund ihrer Lebensumstände weniger Energie als ihre wilden Verwandten. Es ist also die Aufgabe jedes Katzenhalters, die optimale Futtermenge (je nach Futter) für seinen Stubentiger aufgrund seines Alters und seines Aktivitätsgrades selber einzuschätzen: Hält sie sich oft draussen auf? Spielt sie oft – oder ist sie eher eine Faulpelz? Oder ist sie etwa zu dick? Jungtiere sowie kranke, trächtige und säugende Katzen benötigen andere Futtermengen als reine Wohnungskatzen.
- Snacks
Die meisten Katzen lieben es, wenn sie ab und zu von ihrem Menschen beim gemeinsamen Spiel oder zwischendurch mit gesunden Katzensnacks verwöhnt werden. Besonders wichtig ist, diese Snacks nur sparsam zu verfüttern und sie in den Nahrungsplan einzubeziehen. Also: Je mehr Leckerlis, desto weniger Nass- oder Trockenfutter. Sonst droht Übergewicht mit all seinen gesundheitlichen Risiken.
- Milch – die weisse Verführung
Ebenso als Ergänzungsfutter / Snack zu sehen ist Milch, denn die weisse Verführung ist kein Getränk, sondern Nahrung. Viele Katzen reagieren empfindlich auf die Lactose in der normalen Kuhmilch, deshalb empfiehlt sich für Büsis spezielle Katzenmilch. Wenn Milch angeboten wird, dann sollte die Katze die Wahl haben: Zusätzlich also immer auch noch Wasser anbieten.
- Gesundes Beigemüse
Das Fressen von Gras gehört zum natürlichen Verhalten der Katze. Das Gras hilft den Stubentigern, die bei der Fellpflege verschluckten Haare über den Darm oder durch Herauswürgen wieder loszuwerden. Reinen Wohnungskatzen sollte deshalb regelmässig Katzengras angeboten werden.
- Katzengetränk
Viele Katzenhalter zeigen ihren Miezen ihre Liebe, indem sie sie mit verschiedenem Futter verwöhnen, und manche möchten ihrem Stubentiger auch ein besonderes Getränk anbieten. Wichtig ist hier zu wissen, dass das optimale Katzen-Getränk Wasser ist – und zwar so viel sie mag. Eine erwachsene, gesunde Mieze benötigt durchschnittlich pro Tag einen Viertelliter Flüssigkeit. Eine genügende Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig und darf auf Dauer nicht unterschritten werden.
So trinkt Ihre auch Ihre Katze:
- Katzen mögen nicht an derselben Stelle trinken, wie sie essen – stellen Sie deshalb Miezes Wassernapf an einen separaten Platz in der Wohnung.
- Es empfiehlt sich, mehrere Wassernäpfe an unterschiedlichen Standorten zur Verfügung zu stellen.
- Die Näpfe sollten so gross sein, dass die Katze daraus trinken kann ohne mit den Schnauzhaaren die Seiten zu berühren.
- Katzen können selbst kleinste Reste von Reinigungsmitteln noch riechen und werden Wasser aus einem nicht gründlich ausgespülten Napf verschmähen.
- Besonders beliebt ist hingegen Wasser, in dem Steine liegen (egal ob Kiesel- oder Halbedelsteine). Einige Katzen bevorzugen auch fliessendes Wasser aus einem Trinkbrunnen.
KATZEN-EINRICHTUNG
Natürlich wollen Sie Ihre Wohnung für Ihr Büsi so gemütlich und artgerecht wie möglich einrichten. Was dafür als Minimum notwendig ist, ist in der Schweiz sogar gesetzlich vorgeschrieben: Die eidgenössische Tierschutzverordnung schreibt zwingend erhöhte Ruheflächen, Rückzugsmöglichkeiten, Kletter- und Kratzgelegenheiten, Beschäftigungsmöglichkeiten sowie eine Kotschale pro Katze vor.
Katzen-Bettli
Bieten Sie Ihrer Katze einen eigenen Schlafplatz an einem ruhigen, warmen, evtl. erhöhten Platz an. Im Handel finden Sie unzählige Angebote in verschiedenen Materialien und Formen. Auch selbst- gebastelte Schlafplätze werden gerne angenommen.
Katzen-Spielsachen
Katzen spielen für ihr Leben gern. Leider spielen sie oft auch mit Gegenständen, die nicht als Katzenspielzeug gedacht sind: Fäden mitsamt Nähnadel, Objekte aus Glas, Schnüre oder einzelne Elemente von Spielsachen können für Miezen ganz schön gefährlich werden. Sie sollten nach dem Spielen weggeräumt werden. Sobald Katzen sich selbst überlassen sind, ist es wichtig, dass sie nur an ungefährliche Spielsachen gelangen können: Dazu gehören Objekte, die robust sind und eine gewisse Grösse aufweisen, damit sie nicht versehentlich ganz oder teilweise verschluckt werden können.
Der Kratzbaum – die optimale Kletter- und Kratzgelegenheit
Als Kletter- und Kratzgelegenheit eignet sich ein Kratzbaum. Aber Vorsicht: Auch der teuerste und beste Kratzbaum wird von Ihrem Büsi verschmäht, wenn er nicht am richtigen Ort steht! Katzen mögen es nicht, wenn sie sich für ihre Pedicure aus der Gesellschaft (zum Beispiel aus dem gemütlichen Wohnzimmer) zurückziehen müssen und irgendwo einsam in einer dunklen Ecke an einer Kratzecke rumspielen sollten. Klar, dass sie hier die Polstergruppe und die damit einhergehende Aufmerksamkeit ihrer Menschen bevorzugen. Die Kletter-, Liege- und Pedicure-Stelle Ihres Büsis sollte einfach zu erreichen und zentral gelegen sein.
Reiben Sie den neuen Baum mit Katzenminze ein, versehen Sie ihn mit ein paar Tropfen Baldrian und hängen Sie eines Ihrer getragenen Kleidungsstücke darüber – so wird das Kratzen richtig Spass machen! Auch Katzenspielzeug wird auf diese Weise gleich doppelt so interessant.
Saubere Sache: Das stille Örtchen
Genau wie für uns, ist auch für Katzen ein sauberes Zuhause wichtig. Allerdings legt Büsi keinen Wert auf regelmässiges Staubwischen und frisch gereinigte Fenster, sondern setzt voll auf Sauberkeit, Standort und Inhalt seiner Toiletten.
Bezüglich Standort stellen unsere tierischen Mitbewohner ähnliche Anforderungen wie wir: Sie mögen weder in der Nähe des Ess- oder Schlafplatzes noch an verkehrsreichen Stellen ihr Geschäft verrichten – eigentlich verständlich. Gefragt sind Ruhe, ungehinderter Zugang und Stabilität. Häufig liegen unseren Stubentigern auch Katzentoiletten mit Deckel ganz schön auf der Blase: Es ist nun mal nicht jederkatze Sache, unbequem kauernd in einer Höhle zu pinkeln.
Gross, geruchsfrei und vor allem sauber – so wünschen sich Katzen ihren Versäuberungsort. Es empfiehlt sich, immer mindestens ein Klo mehr unterzubringen als Katzen im Haushalt wohnen. Hygiene wird von Katzen nämlich besonders ernst genommen: In bereits benutzten Kisten scharren die wenigsten gerne rum – zwei bis drei Mal täglich kann also Klümpli-Entfernen angesagt sein. Ausserdem legen die meisten Miezen Wert auf eine gewisse Kontinuität in Bezug auf das Katzenstreu.
Wer einmal ein Streu gefunden hat, das Katze und Halter glücklich macht, sollte sich nicht von Preisreduktionen und Kaufhausaktionen zu ständigen Wechseln verführen lassen. Das könnte zu Unsauberkeit der Katze führen.
Wenn die Katze plötzlich unsauber wird
Katzen sind saubere Tiere – das wissen alle Katzenhalter. Umso grösser ist dann jeweils auch der Schock, wenn die Mieze plötzlich unsauber wird und ihre Katzen-Toilette nicht mehr benutzt. Das Büsi in diesem Fall zu schlagen oder ihm gar die Nase in die Urin-Pfütze oder den Haufen zu stecken, sind besonders abscheuliche und auch verbotene Reaktionen auf ein solches Problem. (Die Katze wird die Bösartigkeit des Menschen registrieren und Angst vor ihm haben. Sie wird diese Brutalität aber bestimmt nicht mit ihrem Unsaubersein verbinden.)
Viel wichtiger als eine Strafe ist es, den Grund für dieses kätzische Verhaltensproblem zu eruieren.
An allererster Stelle stehen gesundheitliche Probleme: Der Tierarzt stellt schnell fest, ob allenfalls Blasenentzündung, Nierenproblem oder Inkontinenz es der Katze verunmöglichen, jeweils rechtzeitig aufs Kistchen zu gelangen. Möglich ist aber auch, dass die Katzentoilette nicht sauber genug war. Sehr häufig ist auch psychischer Druck ein Auslöser für Unsauberkeit: Neue Möbel, neue Putzmittel und auch ein neuer Lebenspartner können Ihrer Katze ganz schön zu schaffen machen. Ebenso können ein Standortwechsel der Katzenkiste, neues Einstreu oder gar eine neue Katzenkiste das Büsi zur Unsauberkeit treiben.
Auch ein schlechtes Erlebnis, dass das Tier mit dem Katzen-Klo verbindet, kann Auslöser für ein Vermeiden dieses Örtchens sein (zum Beispiel Lärm, Wasserspritzer, Schmerz etc.)
Der Katzenbalkon
Selbst einem Meister der Balance kann es mal passieren: Einem Vogel nachgeschaut oder gemeint, man erwischt die Mücke noch, und schon kann eine Mieze auf dem Fenster- oder Balkonsims ins Wanken geraten und auf der glatten Oberfläche abrutschen. Fenster- oder Balkonstürze kommen bei unseren Kletterkünstlern immer wieder mal vor.
Zum einen ist das ein Problem für reine Wohnungskatzen, die noch nie draussen waren: Sie sind meistens neben dem Sturz auch noch durch die vielen neuen Eindrücke (fremde Menschen, Autos, Hunde, Gras, Bäume, verschiedene Gerüche, Regen etc.) durcheinander und in Panik. Zum andern kann ein solcher Sturz natürlich auch für die stets auf den Füssen landenden Katzen zu Verletzungen führen. Gerade geringere Höhen können für die Büsis dann gefährlich werden, wenn die Distanz zu kurz ist, um sich richtig zu drehen und auf die Füsse fallen zu lassen. Enorme Höhen hingegen sind natürlich auch dann ein Problem, wenn man auf den Pfoten landet. Becken-, Kiefer- und andere Knochenbrüche und sowie die Verletzung innerer Organe sind da keine Seltenheit.
Wer Unfällen vorbeugen will, kann sein Büsi mit Katzensicherheitsnetzen für Fenster und Balkon schützen und zusätzlich eine gute Festhaltegelegenheit auf den Geländern (zum Beispiel fest montierter Rasenteppich) anbringen.
Sicherheit bei gekippten Fenstern
Kippfenster verlocken Katzen dazu, ins Freie klettern zu wollen. Dabei rutschen die Büsis oft am glatten Fensterrahmen ab und können ihre Hinterbeine nicht nachziehen. Die Tiere geraten in Panik und je mehr sie strampeln und sich zu befreien versuchen, desto mehr werden sie durch ihr eigenes Körpergewicht in die enge Spalte gedrückt - diese Unfälle enden oft tödlich. Wer nicht auf gekippte Fenster verzichten kann, sollte sich im Fachhandel spezielle Absperrgitter besorgen oder die Kippfensterspalte mit einem eingeklemmten dicken Frottetuch (das Tuch sollte auf beiden Seiten der Fensterwinkel noch hinunter hängen) „entschärfen“.
Eine Katze zieht ein
Am besten ist die Wohnung bei der Ankunft der neuen Katze bereits büsigerecht eingerichtet. Lassen Sie Ihrer Mieze Zeit, sich an ihr neues Zuhause zu gewöhnen und verlangen Sie nicht zu viel von ihr.
Um den neuen Stubentiger den andern Katzen in der Familie näher zu bringen, aber auch um die Distanz zu den neuen Menschen kleiner werden zu lassen, eignen sich Spiel- und Schmusestunden hervorragend:
1. Machen Sie „Göplispiele“ mit Federwedeln und Spielsachen, die Sie an Schnüren befestigen. (Wichtig: Spielsachen müssen aus „schlucksicherem“ Material gefertigt sein!)
2. Wenn Sie diese Spiele am Kratzbaum durchführen, gewöhnen Sie Ihren Stubentiger auch gleich spielerisch an diese Einrichtung.
3. Bringen Sie ihrer Katze apportieren bei (funktioniert gut mit weichen Bällen oder Fellmüüsli).
4. Stellen Sie Spielhöhlen in Form von leeren Schachteln oder Papiersäcken (Henkel abschneiden!) auf.
5. Verstecken Sie in der Wohnung Katzen-Spielzeuge oder auch Leckerli
6. Lassen Sie die Katze in den ersten 3 Wochen nicht nach draussen.
E-Mail-Adressen rund um die Katze
www.bvet.admin.ch – Bundesamt für Veterinärwesen BVET
www.anis.ch – Nationale Datenbank für gekennzeichnete Heimtiere
www.susyutzinger.ch – Fachwissen und Info-Broschüren rund um die Katze
www.vieta.ch – Berufsverband der diplomierten tierpsychologischen BeraterInnen IET
www.tierimrecht.org – Stiftung für das Tier im Recht
www.iemt.ch – Institut für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung
Eine Katze zieht ein (pdf)