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Trainee-Programm

Schweizer Tierärzte-Weiterbildung
Ein Projekt der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz und Kompanima

Wissen und Fertigkeiten für Tierschutzeinsätze

Verwilderte Katzen und Hunde im In- und Ausland zu kastrieren ist eine äusserst wichtige Dienstleistung an all den betroffenen Tieren und deren nicht geborenen Nachkommen. Viele junge TierärztInnen melden sich für Tierschutzeinsätze in der Hoffnung, praktisch am Tier arbeiten und lernen zu können. Es ist jedoch fragwürdig, wenn ungenügend ausgebildete Anfänger an notleidenden Tieren Handlungen vornehmen, welche sie noch nicht zur Genüge gelernt haben.

Eine solide Grundausbildung vor einem Tierschutzeinsatz ist daher zwingend und ist Gegenstand dieser Weiterbildung. Diese umfasst einen theoretischen Teil, in dem den Tierärzten und Tierärztinnen Wissenswertes rund um den Einsatz im Tierschutz vermittelt wird. Gerade im Ausland sind die äusseren Umstände oft widrig, es fehlt an Narkotika, Nahtmaterialien und Medikamenten. Das Wissen um Alternativen ist dann entscheidend.

Genauso müssen trotz mangelnder Materialien Hygieneregeln eingehalten werden. Kastrationen sind die wichtigsten tierärztlichen Tätigkeiten im Auslandtierschutz. Dazu müssen die Tiere vorgängig auf Trächtigkeiten oder allfällige Gebärmutterentzündungen manuell untersucht werden. Gleichzeitig gilt es aber, das ganze Tier zu beurteilen und allfällige weitere Behandlungen - beispielsweise die Applikation von Antiparasitika oder eine Wundtoilette bei Verletzungen - einzuleiten.

Interessierten TierärztInnen bieten wir zusätzlich die Möglichkeit die praktische Tätigkeit bei tierschutz-routinierten Tierärzten zu lernen. Im Rahmen eines offenen Praktikums werden alle wichtigen Fertigkeiten, insbesondere auch das Kastrieren an Hunden und Katzen, geübt, so dass die ausgebildeten TierärztInnen zukünftig in Tierschutzaktionen im In- und Ausland einsetzbar werden.

Da die praktischen Ausbildungsplätze beschränkt sind, müssen sich die Interessenten für einen solchen bewerben.

Aktivitäten

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Internship Katharina Koch

Februar 2018

Im Februar 2018 hatte ich die grossartige Gelegenheit, für einen Monat im Tierwaisen Hospital der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz in Bukarest, Rumänien mitzuarbeiten und unter der Leitung der SUST-Tierärztin Dr. Irina Corbu das Kastrieren von Hunden und Katzen Schritt für Schritt zu erlernen.
Meine Reise begann mit der Busfahrt durch eine turbulente Stadt bis hin zu einer kleinen Wohnung, welche für die folgenden vier Wochen mein zu Hause war. Reise, Unterkunft und Training wurden in diesem Trainee Programm finanziert von der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz und der Kompanima.
Bereits am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg zur Klinik, ohne genau zu wissen, was mich dort erwarten würde. Als ich durch die Türe trat, war da bereits einiges los - viele Kunden waren da und brachten Hunde und vor allem viele Katzen. Trotz dem Stress wurde ich herzlich empfangen und ich bekam eine kurze Führung durch die Räumlichkeiten: Das Tierwaisenhospital besteht aus einem Behandlungsraum, einem Operationsraum, einem Büro, in welchem mich ungefähr 10 Hunde freudig begrüssten und diversen weiteren, kleinen Räumen, wie zum Beispiel einem Raum für kranke oder verletzte Wildtiere und einem Katzen-Zimmer. Jeder zur Verfügung stehende Platz wird bestmöglich genutzt und man sieht, dass hier viel und mit Herzblut gearbeitet wird für das Wohl diverser in Not gekommener Tiere. In den nächsten Tagen lernte ich den Alltag kennen und konnte nach und nach mehr mithelfen. Der Tag begann mit der Vorbereitung für die vielen Kastrationen, die hier täglich durchgeführt wurden. Es braucht einiges an Organisation, um die täglich 20-30 (oder auch mal mehr) Katzen aufzunehmen, zu operieren und wach wieder zurück an die Besitzer oder die „Bringer“ zu geben. Am Nachmittag kamen zusätzlich noch Hunde dazu von innerhalb oder ausserhalb der Stadt und wurden ebenfalls kastriert. Daneben brachten Besitzer ihre Tiere auch für Behandlungen - es wurde alles angeschaut und behandelt - von Katzen über Meerschweinchen bis hin zu Vögeln und Reptilien. Und dies alles erstaunlich schnell, professionell und mit wenig, aber effizienter Ausrüstung.
Das eingespielte Team arbeitete Hand in Hand und ich wurde von Beginn weg voll mit eingespannt. Ich durfte durch die Erfahrenen Ärztinnen sowie auch durch die TPA’s viel dazu lernen. Vom Venen-Zugang legen bis hin zum Kastrieren von Katzen und Hunden konnte ich täglich mehr mit anpacken. Nach den Operationen assen alle zusammen - oft war es dann bereits später Nachmittag. Danach wurden die stationären Patienten angeschaut, die Wildtiere versorgt, die Katzen und Hunde, die hier auf ein neues zu Hause warten dürfen, versorgt und aufgeräumt. Die Tage waren lang, aber auch sehr lehrreich und interessant. Es war beeindruckend zu sehen, wie mit wenigen Mitteln viel Gutes für die Tiere gemacht wurde - sei es nun für Strassentiere oder solche von Privatbesitzern. Ich konnte in diesem Monat sehr viel lernen, einiges an Routine dazugewinnen und auch wunderbare und liebenswerte Menschen kennenlernen, die sechs Tage in der Woche für das Wohl der Tiere arbeiteten - für wenig Geld, dafür mit umso mehr Herzblut.

Cand. vet. med. Katharina Koch

Land:
  • Schweiz
  • Rumänien
5 Säulen:
  • Aus- und Weiterbildung
Internship Katharina Koch
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